Noch rechtzeitig vor Saisonbeginn konnte der Sarkophag des Heiligen Gallus fertiggestellt werden. Hier zeigen wir, wie er gefertigt wurde.
Aus getrockneter Erle werden die Bretter für den Sarkophag mit der Axt behauen und auf eine Fingerstärke gehobelt.
Auch die Kanten werden gehobelt. Dabei fallen schöne Späne an.
Für die Verbindung der einzelnen Bretter werden Dübel aus Esche verwendet.
Dann müssen die Bretter auf die exakte Länge zugesägt werden.
Danach können die Eckverbindungen angezeichnet werden. Hier handelt es sich um Fingerzinken (Quelle: Oberflacht).
Die Fingerzinken werden eingesägt und dann mit dem Stemmeisen ausgestemmt.
Dann wird der Boden eingepasst. Jedes der vier Bretter hat einen kurzen Zapfen, der von außen nicht sichtbar ist.
Jetzt kann die Kiste zusammengesetzt werden. Kleine Holznägel aus Esche fixieren hierbei die Eckverbindungen.
Nach dem Absägen der Nägel und Glätten der überstehenden Zinken ist der untere Teil des Sarkophags fertig.
Für den Deckel des Sarkophags werden zuerst die Giebeldreiecke zugesägt. Dann kann der Dachfirst mit Hobel und Stemmeisen aus einem Stück ausgearbeitet werden.
Danach werden die Deckelbretter, genau wie die Bretter für die Unterseite, mit kleinen Holzdübeln miteinander verbunden und anschließend an dem First befestigt.
Nun können auch die Giebelseiten mit Holznägeln befestigt werden.
Der Überstand an den Ecken des Deckels wird glatt gehobelt und auch die Flächen werden geglättet.
Nun wird der Sarkophag mit Schnitzereien (Vorbild Wilibrord Sarkophag in Echternach 8.Jh.) verziert.
Nach dem Ölen mit Leinöl ist das Stück vorerst fertig. Nächstes Jahr sollen die Schnitzereien mit schwarzer Farbe hervorgehoben werden.
Ralph Löw
Der Sarkophag ist wirklich klasse geworden. Großes Lob an Malte