Das Werkzeug des Schindelmachers: Schindeleisen und Hammer aus Rinderhaut

Das Werkzeug des Schindelmachers: Schindeleisen und Hammer aus Rinderhaut

Nicht jeder Baum taugt zum Schindelmachen. Ideal ist das Holz von langsam gewachsenen Fichten, bei denen die Jahrringe entsprechend eng stehen. Das harte, dunkle “Winterholz” der Jahrringe gibt den Schindeln Stabilität und Haltbarkeit, und bildet mit dem Jahrring daneben eine kleine “Ablaufrinne” für das Regenwasser: Je mehr Jahrringe pro Zentimeter, desto besser. Fichtenholz lässt sich gut spalten und sägen, und die Fichte wächst meist gerade mit gelegentlich (und hoffentlich) größeren astfreien Partien.
Unser Schindelmacher stellt aus einem guten Baum von unserem Gelände etwa 300 Schindeln her. Jeder mag sich selbst ausrechnen, wieviele Bäume das Dach der Holzkirche verschlingen wird, für das wir 15.000-20.000 Schindeln brauchen werden! Und das Dach der Holzkirche ist noch relativ klein, gemessen an den Bauten die noch folgen werden… kein Wunder, dass viele Wälder im Laufe des Mittelalters verschwanden! Denn nicht nur Schindeldächer brauchen Holz, auch die Häuser selbst, die Baugerüste und Werkzeuge waren zu großen Teilen aus Holz gemacht! Die Köhlerlei für Glas- und Metallherstellung tat ihr Übriges um die Landschaft im Laufe der Jahrhunderte “kahlzufressen”…

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