Nun haben wir die ersten zwei Wochen hinter uns, und es lief bislang erfreulich gut! Bei vorwiegend schönem Wetter, kamen viele Besucher und die Arbeiten gingen gut voran.

Zahlreiche Kopfbänder sind bereits eingepasst, die Arbeiten gehen gut voran!

Besonders am Scheunenbauplatz sind die Fortschritte schon auf den ersten Blick zu sehen: Hier liegen inzwischen fertig abgebunden große Teile des Tragwerks der Scheune. Beim Ausstemmen der Zapflöcher kommen dabei v.a. zwei Werkzeuge zur Anwendung:

Die Kreuzaxt arbeitet mit Eigengewicht, man braucht dabei wenig Kraft, aber eine präzise Führung.

Der Stechbeitel, der auch heute noch insbesondere von Schreinern und Holzbildhauern  verwendet wird, und die Kreuzaxt, die kaum noch bekannt ist. Zum Führen der Kreuzaxt braucht es Übung, leicht kann man mit einem schlecht gesetzten Schlag viel kaputt machen. Wenn man es aber beherrscht, lässt sich damit sehr viel rascher und ermüdungsfreier arbeiten als mit dem Stechbeitel.

Ausstemmen eines Zapfenlochs mit einem Stechbeitel.

Liegt das zu bearbeitende Holz jedoch etwas höher, wie hier im Falle eines Wandpfostens, der zum Anzeichnen auf die anderen Hölzer aufgelegt wurde – kann man schlecht mit der Kreuzaxt arbeiten, hier ist dann eher der Stechbeitel im Einsatz.

Auch an den anderen Stellen des Geländes wurde fleissig gearbeitet, sei es beim Korbmacher, Küfer, Töpfer, Schmied oder einer der vielen anderen Werkstätten, bei den Ställen und in den Gärten, Wiesen und Feldern.

Hin und wieder gab es einmal kurze Momente, in denen einzelne Besucher die Abstandsregeln vielleicht ein wenig vergessen hatten. Doch das Gelände ist groß und weitläufig, diese Situationen waren innerhalb von wenigen Augenblicken wieder gelöst.

AB JETZT haben wir nur noch Freitag-Sonntag geöffnet, erst in den Sommerferien öffnen wir wieder für ganze sechs Tage pro Woche.

8 Comments

  • Alexander Friedrich sagt:

    Ich hab gerade Eure Webseite entdeckt und muss sagen, sie gefällt mir gut!

    Es wär aber wirklich toll, wenn ihr mehr dokumentieren und z.B. bei youtube einstellen würdet. Guèdelon macht das finde ich ganz gut (vor) MIT dear Mini-Serie.

    Und vielleicht könntet ihr auch über weitere Crowdfunding-Ansätze nachdenken, wie z.B. Patreon. Mit profesioneller Dokumentation würden sich da bestimmt sehr viele Unterstützer finden. Ich muss da z.B. an Samspon Boat Co. denken, einfachmal googlen!

    Grüße und weiter so!

    • Campus Galli sagt:

      Danke für die netten Worte, und ja, auch wir würden gerne mehr dokumentieren und veröffentlichen – jedoch fehlt uns das Personal dafür. Guedelon ist einfach schon viel länger etabliert, hat weitgehend stabile Besucherzahlen auf einem hohen Niveau, und kann solche Dinge deshalb leichter umsetzen.

      • Charlotte sagt:

        Umgekehrt wird ein Schuh draus: eben weil Guedelon so viel dokumentiert und auf YouTube veröffentlicht hat, stiegen dort die Besucherzahlen und es fanden sich weitere Unterstützer. Daher ist das, was Ihnen Alexander Friedrich vorgeschlagen hat, etwas, was Sie wirklich ernsthaft überdenken sollten. Ein neuer Bericht im ÖR-Fernsehen wäre schon mal ein guter Anfang und vielleicht sollten sie dort schon mal anfragen.

        Trotzdem weiterhin alles Gute und weiter so!

        • Campus Galli sagt:

          Das ist leider ein Irrtum. Youtube wurde 2005 gegründet, in diesem Jahr hatte Guedelon bereits etwa 245.000 Besucher. Danach stiegen die Besucherzahlen langsamer und schwanken aktuell im Bereich von 300.000.
          Im Fernsehen lief im Übrigen erst an Fronleichnam der aktuelle Film über CG, und in den letzten Jahren gab es Kooperationen mit ARTE usw.
          Wir tun was wir können, aber so weit wie Guedelon sind wir eben nocht nicht!

  • Diese Arbeit der Zimmerer ist höchst interessant. Da Ihr ja auch auf Youtube vertreten seid, wäre es toll, wenn man mal mehr über den Abbundplatz, das Anreißen und die Herstellung der Verbindungen sehen würde.

    • Campus Galli sagt:

      Wir selbst können das neben unserer normalen Arbeit leider nicht leisten, aber der Dokumentarfilmer Reinhard Kungel wird zukünftig möglicherweise solche Filmchen produzieren.

  • Besonders interessant und “aufregend” wird es , wenn die Scheunenwände mit Seilen aufgestellt werden. Dabei müssen dann wohl alle verfügbaren Mitarbeiter helfen. Vielleicht kann Campus Galli diese Aktion mit einem alten Foto der Aufstellung des Fachwerkes der Holzkirche vorankündigen? Wünsche passendes Wetter und sonst auch günstige Verhältnisse.

    • Campus Galli sagt:

      Hallo, tatsächlich ist nicht geplant, die Wände bzw. Bünde komplett aufzurichten, sondern in Einzelteilen – das entspricht nach jetzigem Kenntnisstand auch der Vorgehensweise im Frühmittelalter. Bei der Holzkirche hatten wir diese Informationen noch nicht, da haben wir tatsächlich die kompletten Querbünde am Stück aufgerichtet. In jedem Fall werden wir es ankündigen, wenn es in die Höhe geht!

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