Schmieden im 9. Jahrhundert

Die Schmiede ist für viele Besucher besonders spannend! Der Anblick glühenden Metalls, das sich unter den Hammerschlägen verformt, ist faszinierend!

Seit September 2014 ist Johannes bei uns als Schmied beschäftigt. Nach einer Lehre als Kunstschmied hat er jahrelang historische Waffen nachgebaut, er ist bei uns eine Idealbesetzung. Mit vor Ort geköhlerter Holzkohle zu schmieden, in einer Esse die mit Blasebalg betrieben wird, Johannes kann hier endlich so arbeiten wie er es sich immer gewünscht hatte! Bei seiner ehemaligen Tätigkeit ging es um Preiskampf und darum, möglichst schnell zu liefern. Hier geht es darum, möglichst authentisch zu arbeiten.

Johannes hat deshalb ersteinmal das moderne Rundmaterial, die modernen Zangen und Werkzeuge „ausquartiert“. Der große Amboss kam in die Ecke und wird demnächst komplett entfernt. Ein kleinerer, historisch plausibler Amboss wurde bereits aufgestellt. Vorlagen für das Schmiedewerkzeug im 9.Jahrhundert finden sich u.a. im „Mästermyr-Fund“ aus Gotland. Dort hatte man eine gut erhaltene Truhe mit Zangen, Feilen, Sägen, Hämmern und Vielem mehr gefunden.

Das Schmieden im 9.Jahrhundert stellt Johannes vor ganz neue Herausforderungen, denen er sich mit viel Leidenschaft annimmt! Ein Amboss ohne Loch, eine Werkstatt ohne Schraubstock… da ist Umdenken angesagt! Wir werden hier im Blog auch Stück für Stück ein paar konkrete Projekte zeigen und die Vorlagen diskutieren. Im Juni werden wir im Rahmen unseres Themen-Wochenendes (27.-28.06.) auch erstmals eigenes Eisen im Rennofen herstellen!

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