Campus Galli https://www.campus-galli.de karolingische Klosterstadt Meßkirch Thu, 04 Jul 2019 14:31:24 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.2 Schmiede wieder betriebsbereit https://www.campus-galli.de/schmiede-wieder-betriebsbereit/ https://www.campus-galli.de/schmiede-wieder-betriebsbereit/#comments Thu, 04 Jul 2019 14:30:51 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=8604 Endlich! Unser Schmied Thilo hat den Tag herbeigesehnt, an dem er seine Esse wieder in Betrieb nehmen kann – während der Arbeiten am Dach und dem Einbau eines Rauchfangs & Funkenschirms mussten die Schmiedearbeiten ruhen – fast acht Wochen lang. Nur wenn es ganz dringend war, die Meissel vom Steinmetz und andere Werkzeuge unbedingt gerichtet werden mussten, wurde die Esse angefeuert.

Am Samstag den 06.Juli ist es nun soweit, ab diesem Tag wird man wieder täglich das rhythmische Atmen der Blasebälge und das Klingen von Hammer und Amboss hören.

Zu den Hintergünden:

Das Dach der Schmiede war bisher ein Grassodendach gewesen. Weil dieses Dach bei Regen schnell sehr schwer wird, und dann aber durch die Hitze auch schnell wieder abtrocknet und leicht wird, war das Konstruktionsholz einer immensen, wechselnden Belastung ausgesetzt. Das ging so weit, dass wir uns Ende letzten Jahres Sorgen um die Standsicherheit machten, und wir die Grassoden kurzerhand entfernten. Nun hat die Schmiede ein Schindeldach, das zwar viel Arbeit war, aber nun viele Jahre dicht halten sollte.

Die Esse mit ihrem gelegentlichen Funkenflug war zunächst kein Problem gewesen, Holz entzündet sich so schnell nicht wenn es nur mit einzelnen Funken in Berührung kommt. Auf einzelnen Balken, insbesondere dem Firstbalken, lagerte sich über die Jahre aber Staub ab, Spinnenweben etc. Diese sind deutlich gefährlicher, ein einzelner Funken könnte ein Glutnest bilden, und da man dort nicht so ohne Weiteres hinaufkommt, befasste sich unser Bau-Expertenkreis mit verschiedenen Lösungsmöglichkeiten. Aus historischen Küchen und Wohnhäusern kennt man große Rauch- und Funkenschirme, auch im Klosterplan sind Öfen eingezeichnet deren Rauch wahrscheinlich über Kamine abgeführt wurde.

der Übergang von Dach zu Schornstein ist die kritische Stelle – hier wird sich zeigen ob wir nochmal nachbessern müssen

hier kann man den abgewinkelten Rauchfang unter dem Dach erahnen, und seine Fortsetzung im Schornstein – leider schwer zu fotografieren, muss man vor Ort gesehen haben

Wir waren nach ausführlicher Diskussion und Sichtung von archäologischen und bauhistorischen Belegen der Meinung, dass diese bauliche Lösung auch für eine Schmiede legitim ist. Und so entstand ein großer Rauchfang und eine Art Schornstein aus Weidengeflecht mit Lehmbewurf. Der Schornstein selbst wurde als witterungsschutz noch mit einer Kalkschlämme geweisselt. Oben liegt auf dem Schornstein eine Steinplatte auf, die ebenfalls als Regenschutz dient.

Wir hoffen, die baulichen Veränderungen bewähren sich auf Dauer! Thilo ist nach ersten Tests bereits sehr begeistert von der Kaminwirkung die der Rauchfang entwickelt, wenn die Essenwand erst einmal warm ist. Der Rauch wird regelrecht abgesaugt!

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Heu-Ernte https://www.campus-galli.de/heu-ernte/ https://www.campus-galli.de/heu-ernte/#comments Wed, 03 Jul 2019 09:34:44 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=8593

Letzte Woche konnten wir die diesjährige Heu-Ernte abschließen. So etwas geht nur mit vereinten Kräften, die dann aber auch regelmäßig am Ende sind. Wir hatten über die Zeitung und Facebook sogar noch einen Aufruf gestartet, ob uns jemand noch spontan unterstützen möchte… Heumachen heisst LANGE TAGE und teilweise Arbeit in der PRALLEN SONNE. Ein grosses Kompliment an alle Mitarbeiter und Helfer! Da wir nicht unsere gesamten Flächen von Hand mähen können, und auch nur einen Bruchteil des Heus selbst brauchen, wird ein Teil dieses sehr hochwertigen Heus von einem Landwirt zu Kleinballen gepresst und verkauft.

Das Positive an der “Hitzewelle” der letzten Woche: Wir mussten uns nicht einen einzigen Tag Sorgen machen, ob das Heu trocken bleibt. Dieses Jahr war das Wetter so stabil wie noch nie während der Heu-Ernte. Diese Woche ist die Hitze vorbei, und es arbeitet sich wieder viel angenehmer: Im Schatten der Bäume ist es herrlich kühl, es weht ein leichter Wind, und wem es am Morgen zu frisch ist, der kann sich rasch in der Sonne aufwärmen. So kann es nun wieder an unseren vielen anderen Baustellen weitergehen.

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Das Holzkreuz im Obstgarten https://www.campus-galli.de/das-holzkreuz-im-obstgarten/ https://www.campus-galli.de/das-holzkreuz-im-obstgarten/#respond Wed, 12 Jun 2019 08:27:30 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=8439 Seit etwa zwei Wochen ist ein großes Holzkreuz in Arbeit. Dieses Kreuz soll in der Mitte des Obstgartens aufgestellt werden, der im Klosterplan auch gleichzeitig der Friedhof der Mönche ist.

Im Klosterplan ist dieses Kreuz von einem Quadrat eingerahmt, und die Beschriftung sagt: Unter diesen Hölzern der Erde ist das heiligste immer das Kreuz, an dem duften die Früchte des ewigen Heils” (Tremp 2014). Tremp weisst darauf hin, dass diese Zeilen Bezug nehmen auf Verse von Venantius Fortunatus (Carm. II, 1, 9-12) und das Kreuz in der praktischen Umsetzung deshalb nicht zwingend aus Holz sein muss. Wir sind der Meinung, dass die Verwendung von Holz in der aktuellen Phase unseres Projekt jedoch deutlich schlüssiger ist, und dieses Holzkreuz dann später einmal durch ein Steinkreuz ersetzt werden könnte.

Bei dem Entwurf für das Holzkreuz haben wir uns dennoch an steinernen Kreuzen aus dem Frühmittelalter orientiert, da wegen der Vergänglichkeit von Holz natürlich keine hölzernen Kreuze überliefert sind.

Den Fortschritt der Arbeiten am Holzkreuz können die Besucher jederzeit in einer Nische im Wald beim Obstgarten/Friedhof verfolgen, direkt an der Stelle, wo die Eiche für das Kreuz auch gefällt wurde. Die Herstellung des Kreuzes in diesem Jahr wird möglich gemacht durch die großzügige Spende einer Stifterin, die namentlich jedoch nicht genannt werden möchte.

 

Hier die bisher erfolgten Arbeiten:

 

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Die schönste Zeit des Jahres? https://www.campus-galli.de/die-schoenste-zeit-des-jahres/ https://www.campus-galli.de/die-schoenste-zeit-des-jahres/#comments Fri, 24 May 2019 13:51:58 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=8313 Das Laub ist satt grün, der Himmel strahlt im schönsten Blau, in der Sonne ist es herrlich warm und die Arbeiten gehen richtig gut voran! Es könnte kaum schöner sein.

Hier eine kleine Fotostrecke von heute:

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Frühling, Glockenturm, Scheune und Friedhof https://www.campus-galli.de/fruehling-glockenturm-scheune-und-friedhof/ https://www.campus-galli.de/fruehling-glockenturm-scheune-und-friedhof/#respond Thu, 18 Apr 2019 12:28:30 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=8040 Ostern steht vor der Türe und so langsam ist der Frühling nicht mehr wegzudiskutieren, auf dem Gelände blühen Schlüsselblumen und Windröschen und der Wald zeigt ein zartes Grün. Die ersten zwei Wochen der Saison sind bereits vorbei, und einige Arbeiten kommen gut voran:

Am Glockenturm haben wir ein Gerüst gestellt, und das Dach wird gedeckt. Die dreieckigen Dachflächen machen es notwendig, viele Schindeln einzeln zuzusägen und einzupassen. Schindeln werden gerade in Massen produziert, weil nicht nur der Glockenturm, sondern auch Schmiede und Töpferwerkstatt neue Dächer brauchen. Grassoden- und Rindendächer haben sich einfach nicht bewährt, nun bekommen beide Werkstätten Schindeldächer.

Drei ehrenamtliche Helferinnen passen Holznägel in die Schindeln ein.

Die Holznägel werden mit dem Stechbeitel konisch abgestochen.

Vor lauter Gerüst sieht man den Turm fast nicht 🙂

Julian und Andreas legen die Schindeln aufs Dach, hier wird eine schräg zugesägte Schindel zur zusätzlichen Befestigung vorgebohrt.

Am Friedhof/Obstgarten des Klosterplans soll in diesem Jahr ein Holzkreuz aufgestellt werden, so wie es im Klosterplan vorgeschlagen wird. Jens und Andreas haben bereits mit dem Sockel begonnen, der aus Kalktuff besteht – früher ein verbreitetes Baumaterial auf der Alb, heute kaum mehr verfügbar. Diese Steine stammen vom Abbruch einer Friedhofsmauer in Leibertingen. An der Steinmetzwerkstatt gehen außerdem die Arbeiten für den Torbogen voran, der den Eingang des Obstgartens überspannen soll.

Die unterste Lage des Sockels, ist grob ausgelegt. In der Mitte ein mit Bohlen abgedecktes Loch für das Holzkreuz.

Jens leitet einen ehrenamtlichen Helfer beim Behauen des Sandsteins für den Torbogen an.

Am Scheunenbauplatz laufen noch ein paar Erdarbeiten um das Gelände zu nivellieren und ausreichend Platz zu haben.

Viele Hände sind gefragt, wenn mühsam Erde bewegt werden muss.

Überall auf dem Gelände blüht es. Wer sieht die Biene?

 

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Es geht wieder los! https://www.campus-galli.de/es-geht-wieder-los/ https://www.campus-galli.de/es-geht-wieder-los/#respond Mon, 01 Apr 2019 06:00:07 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=7888

Morgen, den 02.April, öffnen wir nach der Winterpause um 10 Uhr wieder unsere Baustelle. Über den Winter ist einiges Neues entstanden, kommt vorbei!
Der Vorsitzende unseres Freundeskreises, Herr Dirk Gaerte, wir um 10 Uhr ausserdem die neueste Ausgabe der “Campus-Galli-Chronik” des Gemeinerverlags in unserem Museumsshop vorstellen.
Hier noch einige Fotos vom Stellen des Glockenturms im letzten Herbst. Mit dem Fertiggstellen des Turmdachs beginnen wir unsere Saison, sodass dann auch die Glocke so bald wie möglich wieder aufgehängt werden kann.

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Winterpause – Campus im Schnee https://www.campus-galli.de/winterpause-campus-im-schnee/ https://www.campus-galli.de/winterpause-campus-im-schnee/#respond Thu, 07 Feb 2019 16:54:37 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=7701 Aktuell ist die Klosterbaustelle im “Winterschlaf”, das Gelände liegt unter einer Schneedecke. Wenn die Sonne herauskommt, sieht das dann wunderschön aus! Im Hintergrund wird bereits wieder fleissig vorbereitet, Werkzeug repariert, Kleidung genäht und an den Bauprojekten geplant. Wir freuen uns auf die Saison 2019, die am 02.April beginnt!

Hier ein paar Winterimpressionen:

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die letzten Tage der Saison https://www.campus-galli.de/die-letzten-tage-der-saison-2/ https://www.campus-galli.de/die-letzten-tage-der-saison-2/#comments Tue, 30 Oct 2018 19:51:28 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=7356 Die letzten Tage der Saison sind angebrochen, am 04.November öffnen wir die Tore ein letztes Mal in diesem Jahr.

Der Oktober war uns wohlgesonnen, die Arbeiten kamen bei herrlich sonnigem Herbstwetter gut voran und so gibt es im Moment wirklich viel Neues zu sehen, was in den letzten Wochen entstanden ist.

Inzwischen ist die Obstgarten/Friedhofsmauer abgedeckt, damit ihr der Frost nichts anhaben kann. Der Eingangsbereich des Obstgartens, mit den fein behauenen Kämpfersteinen ist wirklich ein Hingucker und gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, was mit den Steingebäuden einmal entstehen wird.

Auch in und um die Kirche gibt es viel Neues, und das ganze Ensemble wirkt nun in sich geschlossen und lebendig: Der letzte Abschnitt des Kirchenfussbodens ist fertig, ebenso die Chorschranken und der Kreuzgang. Das letzte Projekt in diesem Jahr war der Glockenturm, den wir letzte Woche richten konnten und die im April gegossene Glocke darin aufhängen könnten. Und sie klingt! Der erste Versuch die Glocke zu läuten endete in einem kleinen Lacher, weil sich das Seil vom Glockenjoch löste. Das war aber schnell behoben und alle Anwesenden waren überrascht wie laut und hell sie klingt! Sie wird in den kommenden Tagen am Mittag nach der Tabula geläutet um zum Essen zu rufen, also circa um 13 Uhr.

Aktuell wird noch am Dach des Türmchens gearbeitet, und für den Ambo der Kirche werden die Bretter vorbereitet.

Und während des Sommers liefen auch bereits viele Vorbereitungen für den Bau der Scheune, auf die wir dann im nächsten Jahr unsere Kräfte konzentrieren werden. Der Anbau und die Ernte des Roggens, den wir für das Deckstroh brauchen, war mit viel Aufwand verbunden, der sich aber gelohnt hat. Wir haben bereits eine große Menge Garben und Schauben sowie Strohseile für das Dach vorbereitet, und ein kleines Testdach über dem Scheunenmodell mit Stroh gedeckt.

Wir genießen die letzten Tage, und freuen uns bereits auf die nächste Saison!

 

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Kreuzgang wird errichtet https://www.campus-galli.de/kreuzgang-wird-errichtet/ https://www.campus-galli.de/kreuzgang-wird-errichtet/#comments Fri, 06 Jul 2018 12:24:49 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=6951 In den nächsten Tagen wird ein hölzerner Kreuzgang als Anbau der Holzkirche errichtet. Die Hölzer wurden in mehrwöchiger Arbeit vorbereitet, heute begannen Michael und Julian mit dem Vermessen und Markieren der genauen Position im Gelände. Unterstützt durch mehrere ehrenamtliche Helfer werden Löcher für die Pfosten ausgehoben, und auf dem Abbundplatz werden weiterhin Bohlen und Latten angefertigt.

Dann kann es mit dem “Richten” losgehen. So bezeichnen Zimmermänner das Aufstellen der  fertig vorbereiteten (“abgebundenen”) Hölzer. Es ist beim Bauen derjenige Abschnitt bei dem in kurzer Zeit sehr viel zu sehen ist, fast stündlich geht es voran. So können sich die Besucher in nächster Zeit auf deutliche Baufortschritte freuen. Sobald dann der Kreuzgang steht, ist der Nebeneingang der Kirche endlich zugänglich und so kann dann auch der dritte und letzte Abschnitt des Fußbodens eingebracht werden.

Den Kreuzgang darf man sich dabei nicht als geschlossenes Quadrat vorstellen, wie es bei der späteren Abteikirche einmal der Fall sein wird. Es ist vielmehr ein “L”, das einen überdachten Zugang für die Mönche dargestellt hätte und direkt in den Chorraum führt..

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Kirchenboden https://www.campus-galli.de/kirchenboden/ https://www.campus-galli.de/kirchenboden/#respond Fri, 01 Jun 2018 08:42:56 +0000 https://www.campus-galli.de/?p=6772 Zu den Arbeiten, die wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben, zählt die Fertigstellung des Kirchenbodens.

Viele Besucher halten den mit einigen Schwundrissen durchzogenen Stampflehm, der aktuell den Boden bildet, für den Endzustand. Tatsächlich dient dieser Stampflehm “nur” zum Nivellieren und Auffüllen und zur Bildung eines soliden Untergrunds, auf den nun der Estrich aufgebracht wird.

Grundsätzlich ist der Estrich eine Mischung aus Lehm und Kalkmörtel. Gegen einen reinen Kalkmörtel haben wir uns auf Anraten der Bauforschung entschieden, weil es zu einer Holzkirche nicht so recht passt. Die Mischung hat außerdem den Reiz, dass sie sich chemisch mit dem Holz besser verträgt, dennoch stabil ist, hoffentlich rissfrei trocknet und in ihrer Ebenmäßigkeit eine gewisse Wertigkeit ausstrahlt. Das Ganze wird in zwei Schichten aufgebracht, in der unteren ist weniger Kalk enthalten, dafür aber Stroh, was das rissfreie Trocknen weiter begünstigt. Die oberste Schicht besteht dann nur noch aus einem Kalk-Sand-Lehm-Gemisch, was eine harte, ebene und glatte Oberfläche ergibt.

Da momentan viele freiwillige Helfer da sind und mit Nachfrösten nicht mehr zu rechnen ist (die für den Mörtel schlecht wären), war nun der ideale Zeitpunkt gekommen um mit den Arbeiten zu beginnen!

  1. Zunächst muss der Lehm gewonnen und aufbereitet werden. Dazu verwenden wir den Aushub des Kirchen-Fundaments, der als Wall neben der Kirche liegt. Dieser sehr tonreiche Lehm, den im Übrigen auch unser Töpfer verwendet, muss von Steinen und anderen Verunreinigungen befreit werden.
  2. Durch Stampfen wird der Lehm homogen und weich. In den Teil des Materials, der die erste Schicht bildet, wird auch Stroh mit eingearbeitet. (Wir verwenden dazu Stroh von unseren eigenen Feldern, das aber zur einfacheren, externen Lagerung letzten Sommer zu Ballen gepresst wurde.)
  3. Bereits vor einer Woche haben Maurer und Steinmetz die Mörtelhaufen angesetzt, dabei wird gebrannter Stückkalk mit Sand überdeckt und das Ganze mit Wasser gelöscht. Bis die Reaktion vollständig abgeschlossen ist, dauert es ein paar Tage. Dieser Mörtel kann nun angemischt und mit dem Lehm oder Lehm-Stroh-Gemisch vermengt werden. In kleinen Schultermollen wird das Material in die Kirche transportiert.
  4. Der Stampflehm wurde mehrere Tage gewässert, damit sich der Estrich gut mit dem Lehm verbindet. In zwei Schichten wird das Material aufgetragen, dabei immer wieder gestampft, mit der Kelle glattgezogen und am Ende gewalzt. Das Glätten wird man im Laufe des Trocknungsprozesses noch mehrfach wiederholen müssen.

Ganz insgesamt kommen wir etwas langsamer voran als erwartet, obwohl sehr viele Leute mithelfen! Es ist eben doch sehr aufwändig, das Material aufzubereiten, und die erforderlichen Materialmengen auch keine Kleinigkeit. Die Aktion wird deshalb sicher noch etwas andauern. Der Plan ist, die Arbeiten in drei Teilabschnitten durchzuführen: Altarraum, Chorraum und Rest. Am gestrigen Tag schafften die Handwerker mit ihren Helfern etwa ein Drittel des Altarraums. Heute geht es weiter!

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