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Grubenbrand und Experiment zur Herstellung von Kochtöpfen

By 15/05/2019

20 Juni - 21 Juni

In der Töpferwerkstatt wird wieder einmal Tongeschirr gebrannt. Und zwar diesmal ohne Töpferofen, wie es auch im frühen Mittelalter und anderen Epochen üblich war: im Gruben- bzw. Meilerbrand. Am Donnerstag, 20. 6. werden die Töpfe zunächst am Feuer vorgewärmt und durchgetrocknet, am Nachmittag gebrannt, am Abend zum Abkühlen mit Erde abgedeckt und am nächsten Tag, Freitag, 21.6.,  herausgeholt.

Dieser Brand ist zugleich Teil eines Experiments, das im Rahmen der Kooperation mit dem CCA-BW (Kompetenzzentrum Archäometrie Baden-Württemberg“ der Universität Tübingen unter der Leitung von Dr. Christoph Berthold) durchgeführt wird.

Archäometrie bedeutet, dass mit Hilfe von naturwissenschaftlichen Methoden archäologische Fragestellungen erforscht werden.

Das Experiment wird von Dr. Silvia Amicone (CCA-BW) und dem Campus-Galli-Töpfer Martin Rogier geleitet. Es machen auch Studierende der Archäometrie bzw. Mineralogie beim Brand mit, denn er ist zugleich auch Teil der Lehrveranstaltung „Material Science and Archaeological Ceramics: Manufacturing and Material Properties of Ancient and Modern Ceramics“ von Prof. Klaus Nickel vom CCA-BW.

In diesem Experiment ist eine weitere Wissenschaftlerin involviert, Dr. Cynthianne Spiteri. Sie ist Chemikerin, die sich mit der Untersuchung von Lebensmittelrückständen an archäologischen Keramikfunden befasst, um Ernährungs- und Kochgewohnheiten vergangener Epochen zu erforschen. Daher werden in diesem Brand Kochtöpfe gebrannt, die zuvor vom Campus-Galli-Töpfer geformt wurden.

Ja, man kann in Töpferware kochen! Keramiktöpfe waren über große Teile der Menschheitsgeschichte die wichtigsten, über lange Zeit sogar nahezu die einzigen Kochtöpfe. In unseren Töpfen sollen in weiteren Experimenten verschiedene Lebensmittel gekocht werden. Schließlich sollen die Gefäße eingegraben werden. So hat man am Ende Kochtöpfe, deren Zusammensetzung, Herstellung und Benutzung gut dokumentiert ist. An ihnen kann man den Einfluss des Kochvorganges, verschiedener Oberflächenbehandlungen und der Bodenlagerung auf unterschiedliche Lebensmittel und Substanzen bestens beobachten und dokumentieren. So hat man experimentell erzeugtes Referenzmaterial, also Vergleichsbeispiele, um Rückschlüsse auf die chemischen Untersuchungen von archäologischen Originalfunden zu ziehen und die Methodik und ihre Aussagekraft zu untersuchen.

 

 

 

Details

Beginn:
20 Juni
Ende:
21 Juni
Veranstaltungkategorie:

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