Eisenverhüttung und Glockenguss

Am letzten Juniwochenende (27./28. Juni) werden wir ein einzigartiges Projekt starten: Eine GLOCKE für die Holzkirche wird gegossen, und der Klöppel dafür wird zeitgleich aus selbst verhüttetem Eisen geschmiedet. Außerdem wird an diesem Wochenende Keramik im Grubenbrandverfahren gebrannt und Holzkohle geköhlert, alle Aktionen stehen unter dem gemeinsamen Thema FEUER.

Die ältesten gegossenen Glocken sind sogenannte "Bienenkorbglocken" wie diese aus Haithabu. Foto: Joachim Feik.

Die ältesten gegossenen Glocken sind sogenannte „Bienenkorbglocken“ wie diese aus Haithabu. Foto: Joachim Feik.

Der Glockenguss ist eines der großen Highlights in diesem Jahr, die Glocke wird mit mittelalterlichen Methoden gegossen, die Gussform direkt vor Ort hergestellt. Die Federführung hat dabei der erfahrene Archäometallurge Dr. Bastian Asmus aus Gundelfingen. Die ältesten bekannten, gegossenen Glocken, stammen tatsächlich aus der Zeit der Karolinger, aus deren Zeit auch der St.Galler Klosterplan stammt, die Grundlage des Projekts Campus Galli. Diese frühen Glocken werden ihrer Form wegen als „Bienenkorbglocken“ bezeichnet. Die Glocke soll den historischen Vorlagen entsprechend ein Gewicht von etwa 30kg haben. Der eigentliche Gießvorgang findet am Samstag Nachmittag statt. Erst einen Tag später, am Sonntag Nachmittag, kann die Glocke dann ausgepackt werden. Nachdem der Klöppel eingebaut wurde, wird sie dann am späten Sonntag Nachmittag ein erstes Mal angeschlagen werden, ein spannender Moment!

Eisenverhüttung hat auf der Schwäbischen Alb eine lange Tradition seit den Kelten, auch auf dem Gelände des Campus Galli gibt es einige ehemalige Erzgruben, in denen das „Bohnerz“ abgebaut wurde. Kinder können sich auch selbst auf die Suche nach Bohnerz machen, und sich gegen eine kleine Gebühr einen Lederbeutel zur Aufbewahrung basteln.

Die flüssige Schlacke rinnt aus dem Ofen - deshalb der Name "Rennofen".

Die flüssige Schlacke rinnt aus dem Ofen – deshalb der Name „Rennofen“. Foto: eisenzeit.lu

Das Eisen wurde aus dem Erz dann im sogenannten „Rennofen“ gewonnen. Am FEUER-Wochenende brennen an beiden Tagen jeweils zwei Öfen, sodass die Besucher sowohl vormittags wie auch nachmittags miterleben können, wie die Schlacke abgestochen wird und das weißglühende Eisen dem Ofen entnommen wird. Aus diesem Eisen wird dann auch direkt der Klöppel für die Glocke geschmiedet.

Kohle war zum Bronzegießen und für die Eisenverhüttung unverzichtbar. Wie Kohle im Frühmittelalter in einem Grubenmeiler verköhlert wurde, erfahren die Besucher ebenfalls im Rahmen des Themen-Wochenendes. Der Grubenmeiler wird in der Nähe des Marktplatzes abgebrannt. Das Verfahren dauert mehrere Tage.

Zum ersten Mal wird bei Campus Galli auch vor Ort Töpferware gebrannt, die der Töpfer hier selbst herstellt. Der Grubenbrand beginnt am Samstag mit dem langsamen Vorwärmen und Befüllen der Grube, am Sonntag wird die fertige Keramik dann Stück für Stück wieder hervorgeholt.

Martin produziert fleissig... ein erster Grubenbrand findet ebenfalls am FEUER-Wochenende statt.

Martin produziert fleissig… ein erster Grubenbrand findet ebenfalls am FEUER-Wochenende statt.

Die sogenannte "Luppe", d.h. das rohe Eisen, wird dem Rennofen entnommen.

Die sogenannte „Luppe“, d.h. das rohe Eisen, wird dem Rennofen entnommen. Foto: eisenzeit.lu


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